Frankfurt am Main - "Wir alle sind Teilnehmende einer Premiere: In dieser Konstellation hat es eine solche Veranstaltung noch nicht gegeben", begrüßte der Vorstand des Caritasverbandes in der Diözese Limburg (DiCV Limburg) am 16. Januar 2025 zum ersten Caritas.Forum.Strategie. im Frankfurter Dominikanerkloster. Über 60 VertreterInnen aus Regionalverbänden und Einrichtungen nahmen am Forum teil, um die Rolle des Spitzenverbandes in der Interessenvertretung zu beleuchten und die strategischen Weichen für die kommenden Jahre zu diskutieren. Neben der wichtigen persönlichen Begegnung stand inhaltlich die Strategiebildung des Diözesancaritasverbandes im Mittelpunkt, welche 2021 mit Leitsätzen begonnen hatte und 2022 zu vier prägnanten Zielen zusammengeführt wurde: Sozialpolitischer Auftrag, Lobbying und Interessenvertretung auf Bistums- und Landesebene, Caritasprofil und Kultur, Personal und Organisationsentwicklung.
"Strategiebildung ist dabei kein Selbstzweck", betonte einleitend Dr. Weber auch im Namen seines Vorstandskollegen Jörg Klärner. "Unser Ausgangspunkt war die Auseinandersetzung mit unserem satzungsgemäßen Auftrag als katholischer Dach- und Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen und Rheinland-Pfalz und im Bistum Limburg in einer sich dramatisch verändernden Zeit - immer im Blick auf die Menschen, für die wir da sind”.
Daten als Grundlage
Ein zentrales Element der Veranstaltung war die Präsentation der Ergebnisse einer wissenschaftlich begleiteten Umfrage, welche der Verband in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität Berlin durchgeführt hatte. Die Umfrage diente dazu, die Wahrnehmung und Wirksamkeit der Interessenvertretung des Verbandes zu analysieren und strategische Ableitungen für die Zukunft zu entwickeln. Dr. Gerhard Timm, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. von 2009 bis 2023, würdigte die Umfrage als bundesweit beispielhaft und hob deren wissenschaftliche Fundierung hervor.
Kooperative Interessenvertretung
Dr. Timm betonte die Notwendigkeit einer klaren Positionierung und strategischen Ausrichtung der freien Wohlfahrtspflege, gerade in Zeiten, in denen soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt zunehmend unter Druck geraten. Die Wohlfahrtsverbände sollten ihr Gewicht stärker gemeinsam in die politische Diskussion einbringen.
Strategische Handlungsfelder bis 2027
"Unsere strategischen Ziele 2027 setzen klare Schwerpunkte, um uns als zentralen Akteur in Kirche, Gesellschaft und Politik zu positionieren", erläuterte der Vorstand des DiCV
Jörg Klärner. "Die geplanten Maßnahmen stärken die regionale und überregionale Wirksamkeit, schärfen das Werteprofil und fördern die Digitalisierung. Ihre Umsetzung ist ein starker Beitrag für die gesellschaftliche Relevanz und Glaubwürdigkeit unseres Verbandes und der gesamten Caritasfamilie im Bistum Limburg. Sie tragen dazu bei, unsere Rolle als politischer Akteur, Solidaritätsstifter und Dienstleister zu sichern”. Ein weiterer Schwerpunkt des Forums war die Identifikation von strategischen Handlungsfeldern bis 2027.
Die Teilnehmenden diskutierten, wie der Verband in den kommenden Jahren seine Rolle als Interessenvertreter stärken und den Bedürfnissen seiner Mitglieder bestmöglich gerecht werden kann.
Ein wegweisendes Forum
Das Caritas.Forum.Strategie. hat gezeigt, wie wichtig der Austausch mit verantwortlichen Trägern ist, um gemeinsame Herausforderungen zu meistern und die strategische Ausrichtung auf eine fundierte Basis zu stellen. Die präsentierten Umfrageergebnisse sowie die Thesen von Dr. Gerhard Timm lieferten wertvolle Impulse, welche in die weitere Verbandsarbeit einfließt. Die entwickelten Ansätze und Handlungsempfehlungen sollen in den kommenden Jahren konkretisiert und umgesetzt werden, um den Verband als starke Stimme in der Interessenvertretung weiter zu positionieren. Dazu bieten die vorgestellten strategischen Ziele einen Handlungs- und Wertekompass für die kommenden drei Jahre. "Hierbei setzen wir weiterhin auf die Begegnung mit Ihnen und die Stärkung der Rolle der FachferentInnen", so Jörg Klärner.
In Bezug auf die gerade eröffnete Caritas-Jahreskampagne "Da kann ja jeder kommen - Caritas öffnet Türen” riefen beide Vorstände der DiCV Limburg dazu auf, gerade jetzt Verantwortung für eine solidarische und gerechte Gesellschaft zu übernehmen.