Der Deutsche Caritasverband hat sich kritisch gegenüber der geplanten Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) geäußert, "Für die Caritas enthält das Paket der EU-Innenminister etliche Pferdefüße. In den nun anstehenden Verhandlungen müssen unbedingt die Ausnahmen im Rahmen der Grenzverfahren ausgeweitet werden, insbesondere für Familien mit minderjährigen Kindern", betonte die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes Eva Maria Welskop-Deffaa.
Der Caritasverband für die Diözese Limburg bekräftigt anlässlich des Weltflüchtlingstags der Vereinten Nationen am Dienstag, 20.06.2023, diese Kritik: "Dass zukünftig auch Familien mit Kindern an EU-Außengrenzen inhaftiert werden können, widerspricht eklatant humanitären Standards", erklärt Martina Schlebusch, Referentin für Migration im Diözesancaritasverband. "Es ist nun die Aufgabe des EU-Parlaments Nachbesserungen vorzulegen, die Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit erkennen lassen", so die Referentin. Dies betreffe beispielsweise auch die Ausweitung der sicheren Drittstaatenregelung, die dazu führe, dass die Asylanträge vieler Menschen gar nicht geprüft würden.
Der Caritasverband Frankfurt, der sich seit vielen Jahren in der Asylverfahrensberatung am Frankfurter Flughafen engagiert, hatte sich ebenfalls gegen eine Verschärfung des Asylrechts ausgesprochen.
Weltweit befinden sich laut den Vereinten Nationen derzeit mehr als 108 Millionen Menschen durch Krieg, Verfolgung, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen auf der Flucht. Der Deutsche Caritasverband wies auch darauf hin, dass der Klimawandel als Ursache für Migrationsbewegungen an Bedeutung gewinnt und forderte ein entschiedeneres Handeln für einen sozialgerechten Klimaschutz. "Wir brauchen energischere Klimaschutzmaßnahmen in einem kleiner werdenden Zeitfenster. Dafür ist international abgestimmt mehr politische Entschlossenheit notwendig, um eine nachhaltige, sozial gerechte und lebenswerte Zukunft zu sichern", so Welskop-Deffaa.