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Stand: 02.05.2018

Pressemitteilung

Guter Ansatz mit Hürden

Wiesbaden, 1. März 2018.   Mehr Fachkräfte für die Altenpflege, eine bessere berufliche Integration und Zukunftsperspektiven für Menschen mit Fluchthintergrund: Das sind die Ziele der Landesinitiative „Pflege in Hessen integriert“, an der sich auch die Caritas-Altenpflegeschule (Caritas AKADEMIE St. Vincenz) beteiligt. Ein Ziel des Programms ist, dass junge Menschen in einer integrierten Modellausbildung während ihrer Ausbildung zum Altenpflegehelfer zugleich den Hauptschulabschluss erwerben können. In der Ersten Lesung am gestrigen Mittwoch (28. Februar) im Hessischen Landtag zur Änderung des Hessischen Altenpflegegesetzes geht es nun darum, auch denjenigen Interessenten die Modellausbildung zum Altenpflegehelfer zu ermöglichen, die keinen Hauptschulabschluss haben. Dies ist durch eine Klausel noch immer Voraussetzung für das Programm. 

„Prinzipiell begrüßen wir die Chancen, die sich aus der Initiative und der Aufnahme von Bewerbern ohne Hauptschulabschluss ergeben“, sagt Cordula Schneider, Leiterin der Wiesbadener Altenpflegeschule. „Allerdings zieht die integrierte Ausbildung mit dem Unterricht in der Berufsschule einen hohen Organisations- und Planungsaufwand für unsere Altenpflegeschulen nach sich, um die erforderlichen Unterrichtsstunden in den jetzt wöchentlich drei Tagen in Theorie und Praxis zu gewährleisten“, so Schneider. „So haben die Auszubildenden durch die fehlende Blockorganisation in den Einrichtungen weniger Gelegenheit für die wichtige Beziehungsarbeit mit den Bewohnern.“ Eine Hürde für die Praxiseinrichtungen ist aus Schneiders Sicht zudem, dass bei Aufnahme von Bewerbern aus den InteA-Klassen (Integration durch Anschluss und Abschluss) weniger Plätze für die reguläre dreijährige Altenpflegeausbildung zur Verfügung stehen. „Es wäre wünschenswert, dass durch eine zusätzliche Finanzierung der Ausbildungsstellen für die potenziellen Projektteilnehmer auch die Einrichtungen die Möglichkeit erhalten, diese Menschen zusätzlich auszubilden“, betont Schulleiterin Schneider.

Ein großes Hindernis für die Ausbildung ist die Sprache: „Gerade Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund, die die Haupt-Zielgruppe des Landesprogramms sind, brauchen eine intensive, sprachliche Förderung, denn sie müssen zum einen im Bildungssystem den Hauptschulabschluss erreichen, zum anderen auch die für die Altenpflege notwendige Fachsprache erlernen“, erläutert Cordula Schneider. Das ist zugleich eine Herausforderung für die Lehrkräfte der Caritas AKADEMIE: „Um die Auszubildenden gut zu betreuen, absolvieren derzeit neun unserer Pädagogen eine Fortbildung zur Sprachförderkraft.“ Die Projektteilnehmer haben nach Einschätzung der Schulleiterin darüber hinaus einen erhöhten Unterstützungsbedarf rund um die sozialpflegerische Betreuung, was mit ihrer Biografie und beispielsweise ihren Fluchterfahrungen zu tun hat. „Diese Schwierigkeiten und Hürden müssen unbedingt beseitigt werden, damit die integrierte Modellausbildung tatsächlich für Schulen, Praxisstellen und Auszubildenden zum Gewinn werden – und damit ein Erfolg für mehr Pflegekräfte in Hessen“, so Cordula Schneider. 

Die Caritas AKADEMIE St. Vincenz mit ihren beiden Standorten in Hadamar und Wiesbaden und den beiden Altenpflegeschulen ist eine Einrichtung in Trägerschaft des Caritasverbandes für die Diözese Limburg e. V. 

Ansprechpartnerin: Cordula Schneider, Leiterin der Caritas-Altenpflegeschule Wiesbaden (Caritas AKADEMIE St. Vincenz)  Telefon: 06431 997-469  cordula.schneider@caritas-akademie-stvincenz.de