Limburg / Diözese Limburg, 25. Mai 2012
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Sie unterstützen Familien, Alleinerziehende und Schwangere mit Kindern unter
drei Jahren und haben dafür ein Netzwerk von Angeboten und Ehrenamtlichen aufgebaut:
Insgesamt vier Caritasverbände im Bistum Limburg sowie der Sozialdienst
katholischer Frauen Wiesbaden sind Partner im Projekt „Frühe Hilfen in der
Caritas“ – und insgesamt 18 Teilnehmer haben jetzt eine fünfteilige
Fortbildungsreihe zum Projekt erfolgreich abgeschlossen und hierfür ihre
Zertifikate erhalten. „Mit unserem Projekt haben wir schon vor Inkrafttreten
des Bundeskinderschutzgesetzes zum 1. Januar 2012 ein frühzeitiges und
multiprofessionelles Angebot aufgebaut, das werdende Mütter und Väter gerade in
den für die kindliche Entwicklung bedeutsamen ersten Lebensjahren unterstützt“,
erläutert
Nina Baldelli
, Projektkoordinatorin im Caritasverband für die
Diözese Limburg e.V. „Wichtiger Bestandteil unserer Frühen Hilfen ist neben der
Vernetzung der verschiedenen caritativen und sozialen Beratungsstellen und
Einrichtungen vor Ort – mit Familienbildungsstätten, Hebammen, Jugend- und
Gesundheitsämtern, Kirchengemeinden, Kindertagesstätten, Kinderärzten oder
Kommunen – die Gewinnung und Mitarbeit von Ehrenamtlichen“, so Baldelli. Diese
übernehmen beispielsweise Besuchs- und Patendienste und stehen den jungen
Familien mit Rat und Tat zur Seite. An den fünf Projektstandorten wurden
bislang bereits 64 Ehrenamtliche geschult, unter anderem als Familienpaten und
als Willkommensbesucher. Und auch im Caritasverband Westerwald, der zwar nicht
Projektpartner ist, aber auch an der Fortbildung „Frühe Hilfen“ teilgenommen
hat, haben sich bereits etwa 30 interessierte Ehrenamtliche gemeldet, die dann
ebenfalls geschult werden.
In der fünften Fortbildungsveranstaltung
standen vor allem die rechtlichen Rahmenbedingungen des Bundeskinderschutzgesetzes
sowie Fragen des Kinder- und Datenschutzes im Vordergrund, die die
Diplom-Sozialpädagogin Susanne Hartmann (Fachexpertin im Bereich der Frühen
Hilfen und freie Mitarbeiterin im Trainerteam der Universität Ulm sowie Mitarbeiterin
der Stiftung Pro Kind) vorstellte und mit den Teilnehmern diskutierte. Dabei
ging es unter anderem darum, Handlungspläne zu entwickeln, wie in der Arbeit
mit Ehrenamtlichen der Datenschutz und die Schweigepflicht sichergestellt
werden können und Ehrenamtliche dennoch für ihre Arbeit mit den Familien
abgesichert sind. „Gerade für die Ehrenamtlichen ist wichtig, dass sie durch
die Ehrenamtskoordinatoren der Caritasverbände hier unterstützt werden und sich
mit Fragen und Problemen an sie wenden können“, betont Nina Baldelli.
Schließlich sollen sie die Sicherheit haben, dass sie bei möglichen Vorfällen
oder Auffälligkeiten an den Kindern Rat erhalten und sich sicher sein können,
dass sie selbst richtig handeln. „Es ist ganz klar: Die Ehrenamtlichen sind Unterstützer
und Helfer im Alltag der Familien, sie leisten eine Art Nachbarschaftshilfe und
sind auf Augenhöhe mit den Familien – aber sie haben nicht die Funktion der
Jugendamtsvertreter, die mit dem Kinderschutz beauftragt sind“, so Baldelli.
Hintergrund:
Die fünfteiligen
Schulungsreihe wurde vom Diözesancaritasverband Limburg in Zusammenarbeit mit
dem Institut für psychosomatische Präventionsforschung und Familientherapie
„Focus Familie“ für die Projektteilnehmer und Kooperationspartner vor Ort angeboten.
Inhalte der vorangegangenen vier Fortbildungen waren die Grundlagen der Frühen
Hilfen (unter anderem mit den Themen Präventionsarten, Selbstverständnis des
Helfenden), das Thema Entwicklungspsychologie, Milieuspezifika sowie die
Grundlagen erfolgreicher Netzwerkarbeit.
Die
Projektpartner vor Ort sind: Caritasverband für den Bezirk Hochtaunus e.V. in
Bad Homburg, Caritasverband für den Bezirk Limburg e.V. in Limburg, Caritasverband
für den Bezirk Main-Taunus e.V. in Hofheim, Caritasverband Wetzlar/Lahn-Dill-Eder
e.V. in Wetzlar sowie der Sozialdienst katholischer Frauen Wiesbaden e.V. (SkF)
in Wiesbaden. An der Fortbildungsreihe haben auch Fachkräfte des
Caritasverbandes Westerwald-Rhein-Lahn e.V. in Montabaur teilgenommen.
Die
Caritasstiftung in der Diözese Limburg hat als Förderschwerpunkt 2010 bis 2013
das Projekt „Frühe Hilfen“. In 2010 und 2011 hat sie das Projekt bereits mit
insgesamt 105.428 Euro gefördert. Auch in 2012 unterstützt die Caritasstiftung
erneut das dreijährige Projekt, das Ende April 2013 beendet wird. Gefördert
wird das Projekt auch mit Mitteln des Landes Hessen. Die diözesane
Koordinierungsstelle wird mit Mitteln der GlücksSpirale gefördert.
Weitere
Informationen gibt es unter
www.dicv-limburg.de/80901.html
[BU – Foto:
Petra M. Schubert]
Freuen sich über
den erfolgreichen Abschluss der Fortbildung (von links): Projektkoordinatorin
Nina Baldelli, Regine Weidinger und Janina Schmidt (beide SkF Wiesbaden), Detlef
Knopp und Helga Lischeck (beide Bezirkscaritasverband Limburg), Maria Scherer (Bezirkscaritasverband
Limburg), Ilona Hetzel (Bezirks‑caritasverband Main-Taunus), Dorothea
Westermayer und Sabine Prothmann (beide Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn),
Wiebke Aßheuer (Caritasverband Wetzlar/Lahn-Dill-Eder), Patricia Deisel
(Bezirkscaritasverband Limburg) und die Referentin Susanne Hartmann.